Das neue Jahr mit einem Marathon beginnen?
Eigentlich keine schlechte Idee nach der Völlerei während der Weihnachtszeit - das dachte ich mir zumindest und entschied mich spontan nach Wesel zu fahren, um dort am Hülskens Marathon teilzunehmen, der bereits zum 4. Mal von den Lauffreunden HADI Wesel e.V. veranstaltet wurde.
Es erwies sich jedoch als keine besonders kluge Idee ohne Training und mit einem vollem Bauch diesen Lauf anzutreten. Es war ein Kaltstart ins neue Marathonjahr. Und die Betonung lag mehr als eindeutig auf KALT.
Ungemütliche Temperaturen um den Gefrierpunkt und dazu noch ein eiskalter Wind, der einem die Freude an diesem Lauf nehmen wollte. Auch wenn es vielleicht aus der Sicht eines Betrachters nicht so scheint, aber auch ich stelle mir oft auf dem letzten Drittel eines fast jeden Marathons die Sinnfrage, warum ich mir das antue und was ich hier eigentlich mache. An diesem Tag in Wesel ist diese Sinnfrage so stark ausgeprägt gewesen wie noch nie. Und sie kam schon nach der Hälfte des Marathons. Zermürbt von den Wetterverhältnissen bin ich abgeschmiert wie noch nie. Auf den letzten zwei von insgesamt 6 Runden um den einst durch Kiesaushebungen entstandenen Auensee, sind meine Finger trotz Handschuhen fast abgefroren.
Da hätte ich liebend gerne mit Katharina getauscht, die mit mir zu dieser Veranstaltung mitgekommen ist, sich aber "nur" für den Halbmarathon entschieden hat. Ihr Lauf verlief deutlich harmonischer und sie hat sich deutlich besser für diesen Lauf eingekleidet - um nicht zu sagen vermummt. Der Lauf und die Veranstaltung war an sich gut organisiert und gut gelungen. Aber das Wetter kann man sich nun leider nicht aussuchen. Die Strecke führt um einen Auensee durch ein Naturschutzgebiet und ist recht flach. Für den Marathon sind 6 Runden zu laufen. Bei jeder Runde passiert man auf Höhe des Zielbereichs eine große Verpflegungsstelle mit diversen Getränken (Wasser, Cola, ISO, Tee). Darüber hinaus gibt es einen zusätzlichen Verpflegungspunkt nur mit Wasser. Der Marathon zählte 137 und der Halbmarathon immerhin 512 Finisher. Aber es gab auch die Möglichkeit mit einer Marathon- oder Halbmarathon-Staffel teilzunehmen. Insgesamt waren über 1200 Teilnehmer vorangemeldet. Das Teilnehmerfeld zog sich, je länger die Veranstaltung dauerte, sehr auseinander. Vor Allem beim Marathon war es zum Ende hin recht einsam, aber durch die Staffeln hatte man trotzdem immer irgendwie einen Teilnehmer vor und hinter sich.
Nach knapp 4 Stunden und 17 Minuten hatte die Qual dann endlich ein Ende für mich. Trotzdem war ich kurze Zeit nach dem Finish dann doch irgendwie glücklich und stolz diesen mörderischen Lauf geschafft zu haben.
Als Belohnung gab es natürlich eine Medaille. Der Hauptsponsor Hülskens, der namensgebend für den Marathon ist und unter anderem im Bereich Kies- und Sandgewinnung tätig ist, hat für die Teilnehmer Medaillen aus Ton hergestellt. Sicherlich eine einzigartige Medaille in meiner kleinen Sammlung....