Kilimanjaro Marathon

 

22.03.2026

Marathon

 

Unser LWT in Afrika am Start.

Der Kilimanjaro-Marathon, der zu den bedeutendsten Laufveranstaltungen Ostafrikas zählt, fand am 22. März 2026 in der Stadt Moshi am Fuße des berühmten Bergmassivs Kilimandscharo im Nordosten Tansanias statt.

 

Die Veranstaltung, die bereits ihr 24-jähriges Bestehen feierte, zog zahlreiche nationale und internationale Teilnehmer an. So wie auch Katharina und mich.

Die Veranstaltung bot drei verschiedene Distanzen an: die klassische Marathon-Distanz über 42,195 Kilometer, einen Halbmarathon sowie auch einen 5 Kilometer Fun Run für Freizeitläufer.

 

Die Marathon- und die Halbmarathon-strecke führte durch die Umgebung von Moshi und war zum größeren Teil von asphaltieren Straßen geprägt. Leider aber auch über viele Kilometer über unebene Straßen mit tiefen Furchen, einer Mischung aus Erde und kleinem Geröll. Es war höchste Vorsicht geboten.

 

Die Teilnehmer bewegten sich auf Höhen zwischen etwa 830 und 1.150 Metern über dem Meeresspiegel.

Und wenn man schon so weit fliegt, dann stand für uns außer Frage, dass wir am vollen Marathon teilnehmen müssen. Außerdem hatte Katharina eine Mission zu erfüllen. Vor ihrem 100. Marathon, der im Mai fest geplant ist, musste noch der 99. Marathon "abgearbeitet" werden. Die Herausforderung und der Druck waren also groß genug. Aber sie hat es hervorragend gemeistert! Trotz einem regnerischem Start morgens um 06:30 Uhr, trotz später sonnigen Bedingungen bei 26-28 °C, einer Luftfeuchtigkeit von teils über 90% und trotz zweier langgezogener Anstiege von 830 auf 1.150 Höhenmeter über jeweils 10 Kilometer! Es war für uns beide ein regelrechter Kraftakt.

Ein besonderes Highlight aber entschädigte uns für all diese Anstrengungen: der bis in den späten Vormittag frei sichtbare, schneebedeckte Gipfel des Kilimandscharo! Es war wahrhaftig ein imposanter Anblick und ein eindrucksvoller Moment, der über mehrere Kilometer andauerte. 

Das Event zeichnete sich zudem durch eine besonders lebendige Atmosphäre aus und wird daher auch oft als "People's Race" bezeichnet.

 

Zahlreiche Zuschauer sorgten entlang der Strecke für Unterstützung und an einigen Stellen begleitete lokale Musik die Veranstaltung.

 

Der Kilimanjaro-Marathon zog außerdem zusätzlich ambitionierte Läufer an, da dieser Marathon als Qualifikationslauf für den südafrikanischen Comrades Marathon (Ultramarathon über 89 Kilometer) anerkannt ist.

Besonderheit in diesem Jahr war die Verlegung des Termins vom üblichen Februar auf den März. Grund hierfür war scheinbar der Ramadan, der dieses Jahr früher begann. Das bedeutete wiederum, dass der Marathon in die beginnende Regenzeit fiel. Wir hatten leichte Sorgen, dass es tatsächlich eine äußerst nasse Angelegenheit wird. Aber die Teilnehmer hatten großes Glück. Bis auf den erwähnten kleinen Regen zum Start, blieben alle vom Regen verschont. Da es aber die Nächte zuvor monsunartigen Regen gab, wurde die übliche Streckenführung kurzfristig verändert. Die Marathonis sollten eigentlich im Anschluss an die Halbmarathon-Runde eine zusätzliche Wendepunktstrecke laufen, die keine großen Höhenmeterunterschiede hat. Dieser Abschnitt war aber leider nach dem Regen Matsche pur, so dass die schwere Halbmarathonstrecke zwei Mal gelaufen werden musste.

Unglaublich matschig war es auch auf dem "Rasen" des Ushirika Stadions. Der Start war jedoch zum Glück auf der Aschenbahn, die allerdings auch mit großen Pfützen versehen war. Nach dem Startschuss ging es durch ein Nadelöhr aus dem Stadion heraus. Es tummelte sich anfangs stark und es brauchte einige Minuten, bis man gut frei laufen konnte. Da war man auch schon auf der "Hauptstraße" die über mehrere Kilometer nur bergauf ging. Bevor es an der Strecke ländlich wurde, passierte man noch einen gut belebten Abschnitt mit sehr vielen Leuten an der Straße. Hier konnte man gut das Leben der Einheimischen beobachten, welches sich für gewöhnlich auf der Straße abspielte. Viele kleine Geschäfte des täglichen Lebens waren links und rechts zu sehen. Besonders makaber waren zahlreiche Bestattungsunternehmen, die ihre Särge an den Straßen ausgestellt haben. Da gingen dem einen oder andern Marathonläufer bestimmt seltsame Gedanken durch den Kopf. Dann waren da noch viele Kinder, die von den Läufern angetan waren und uns oft zugewunken und zugejubelt haben.

Nachdem man den städtischen Bereich verlassen hatte, kam der Kilimandscharo zum Vorschein und dieser Ausblick begleitete uns eine Zeit lang. Irgendwann endete der asphaltierte Weg und man lief auf erdigen Straßen zwischen vielen Bananenplantagen weiter. Auch hier standen viele Kinder links und rechts am Wegesrand und waren von den Läufern begeistert. Manche liefen auch ein kurzes Stück mit... egal ob mit Gummistiefeln, kaputten Sandalen oder Turnschuhen ohne Sohlen... Als man den höchsten Punkt erreicht hatte, ging es wieder gute 10 Kilometer überwiegend bergab auf breiten Straßen zurück, die man sich aber, je näher man in die Stadtrichtung kam, mit dem "ganz normalen chaotischen" Verkehr teilen musste. Man hatte den Eindruck es waren mehr Tuk-Tuks und Motorräder auf der Straße als Läufer. Absperrungen und Sicherheit? Fehlanzeige! Hier herrschte das organisierte Chaos. Zudem waren auch viele Fußgänger auf der zweiten Runde unterwegs, die grade aus den Kirchen zurückkehrten. Trotz der armen Verhältnisse, waren alle Leute, die grade aus den Kirchen zurückkamen, wirklich sehr schick gekleidet. Und es waren Massen an Menschen, die aus den Kirchen strömten. Es waren insgesamt Bilder vor unseren Augen, die man sonst auf keinem anderen Marathon sieht. Spätestens jetzt war uns auch bewusst, warum hier von einem "People's Race" gesprochen wird.

Fazit: Der Kilimanjaro-Marathon war ein großartiges Ereignis mit internationaler Ausstrahlung.

 

Die tolle Kombination aus anspruchsvoller Strecke, spektakulärer Naturkulisse und kultureller Vielfalt macht ihn sicherlich zu einen der außergewöhnlichsten Marathonläufe weltweit und ist gewiss ein Highlight für Läufer aus aller Welt - so wie auch für uns!

Für uns ging das Abenteuer nach dem Marathon aber noch weiter. Der Blick auf den Kilimandscharo während des Laufes und auch sonst während des Aufenthaltes in Moshi erzeugte in uns zum einen eine große Vorfreude, aber bescherte uns auch Demut und viel Respekt. Denn unser Plan war es, den Kilimandscharo noch zu besteigen. Bereits drei Tage nach dem Marathon startete der 5-tägige Aufstieg auf das "Dach Afrikas", welches knapp 6000 Meter über dem Kontinent thront.

Die Besteigung ist uns gelungen und um sich von den körperlichen Strapazen zu erholen, haben wir für ein paar Tage noch einen Abstecher auf die tansanische Insel Sansibar gemacht.

 

Hier konnten wir uns regenerieren und das Erlebte in aller Ruhe Revue passieren lassen...