37. Roruper Abendlauf

 

11.07.2025

Halbmarathon

 

Es ging für mich am Freitagabend vor Beginn der Sommerferien wieder in Richtung Dülmen - zum Ortsteil Rorup, wo mittlerweile der 37. Roruper Abendlauf veranstaltet wurde. Bereits bei der Anfahrt hat man gemerkt, dass heute viele Teilnehmer sich in die Stadt der berühmten Wildpferde verirrt haben. Und so war es auch. Der Veranstalter SV Brukteria Rorup 1921 e.V. meldet auf seiner Homepage einen Finisher Allzeit-Rekord. Insgesamt 1.316 Finisher, die beim 1,5 Km Schülerlauf, 3 Km Jogginglauf, 10 Km Volkslauf und Halbmarathon über die Ziellinie gelaufen sind. Glücklicherweise hat der Veranstalter die Parksituation jedes Jahr voll im Griff und weist die ankommenden Fahrzeuge auf diversen Grünflächen und der abgesperrten Landstraße gut ein, so dass jeder seinen Parkplatz findet.

Viel mehr war ich besorgt darüber, ob bei dieser hohen Anzahl an Besuchern und Teilnehmern noch am Ende der Veranstaltung eine Bratwurst für mich übrig bleibt.

 

Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, habe ich bereits vor meinem Lauf eine gegessen.

Ich war natürlich für den Halbmarathon gemeldet. Der geplante Start war um 19:00 Uhr. Minuten vorher tummelten sich die Teilnehmer hinter dem per Hand aufgezogenen Startbanner. Und dann erklang pünktlich das Startsignal. Ich nenne es mal bewusst Signal, weil in der letzten Zeit kaum irgendwo mehr mit der Startpistole geschossen wird. Schade eigentlich. Beim Halbmarathon waren 336 Finisher am Start und so tummelten sich auf den ersten Metern 672 Füße auf dem engen Wirtschaftsweg.

Mein Plan war, es auf der ersten Streckenhälfte im 5:20er Schnitt gemütlich anzugehen und später um 30 Sekunden das Tempo zu erhöhen. Es kam aber anders.

Beim Versuch am Anfang mein Tempo zu finden, fiel mir ein Läufer auf, der sich am Rücken ein Schild drangeheftet hat. Bei diesem Lauf gibt es keine Pacemaker, aber dieser Läufer wollte einer sein. Seine verkündete Zielzeit war unter 1:45 Stunden, was eine Pace von knapp unter 5:00 bedeutet.

Ich dachte mir kurzer Hand, wenn hier einer ein gleichmäßiges Tempo läuft, auf den ich mich verlassen kann, dann laufe ich mal einfach hinterher. 

Nach etwa 5 Kilometern kam ich mit ihm dann auch ins Gespräch, und andere die sich auch an ihn dran gehängt haben, lauschten mit. Es stellte sich heraus, dass Toni ein erfahrener Pacemaker ist, der hier für den nächsten Einsatz beim Berlin-Marathon die Pace für eine Zielzeit von 3:30 Stunden etwas übt. Man merkte ihm die Erfahrung auch an, sehr konstante Geschwindigkeit und klare Kommunikation bei Überholvorgängen. Er hat mit Ansage die 10 Kilometer Durchgangszeit auf die Sekunde genau getroffen. Ich war dabei und war beeindruckt. Er meinte, wenn man in dieser Pacemaker-Bubble mal drin ist, dann wird man auch von den Veranstaltern angefragt. Keine schlechte Idee, wenn man bei großen Marathons, die meist ausverkauft und teuer sind, mitlaufen will - das muss ich mir mal für die Zukunft durch den Kopf gehen lassen.

Ich war aber in Dülmen ja nicht nur zum Spaß und zum Bratwurst essen da, sondern wollte natürlich noch meinen Trainingslauf fortsetzen. Da das Tempo zu Beginn schneller war als ursprünglich geplant, habe ich erst ab Kilometer 14 meine Endbeschleunigung begonnen. Spätestens nach diesem und dem letzten Bericht vom Sorpesee hat der aufmerksame Leser die Vorstellung, welche meine Lieblingstrainingseinheit ist. Und so drückte ich über die letzten gut 7 Kilometer etwas großzügiger aufs Gaspedal und hielt meinen Puls meist bei etwa 94-95% des Maximalpulses im roten Bereich aufrecht. Auf den letzten zwei Kilometern hatte ich aber ein paar Sekunden an Geschwindigkeit verloren, weil ich es mal wieder nicht sein lassen konnte, mein Handy in die Hand zu nehmen.

Am Ziel angekommen, wartete ich noch ein paar wenige Minuten auf Toni, um ein gemeinsames Erinnerungsbild zu machen. Im Anschluss schaute ich dann noch bei den Bratwürstchenstand vorbei und zu meiner Freude waren noch reichlich Würstchen vorhanden.

 

Für den gelungenen und teils anstrengenden Trainingslauf belohnte ich mich selbst mit direkt zwei weiteren leckeren Bratwürstchen. Was für ein gelungener Freitagabend!