Amsterdam

 

19.10.2025

Marathon

 

LWT in Amsterdam am Start

 

Der TCS Amsterdam Marathon feiert sein 50-jähriges Jubiläum im selben Jahr, in dem die Stadt Amsterdam ihr 750-jähriges Bestehen feiert.

Elke, Reiner, Volker und Arkadius waren live dabei und ich als Supporter gab mein Bestes.

 

Für die Jubiläums-Sonderausgabe wurde ein zweitägiges Programm zusammengestellt.

 

Mit 7,5 km, Kids Run und

Heroes Run am Samstag,

sowie dem Voll- und Halbmarathon am Sonntag,

der von 300 Läufern im Jahr 1975 auf 60.000 aus 140 Ländern im Jahr 2025 anwuchs.

 

Wir waren somit nicht allein in der Stadt.

 

 

Die Idee, bei diesem Event dabei zu sein, kam uns im Herbst letzten Jahres, natürlich beim Laufen, und da wir schon routiniert die Halben überlebten, wollten wir die nächste Herausforderung annehmen und die 42,195 Km gemeinsam laufen.

Für Elke war es ihr 9. Marathon, für Volker der 3., Arkadius wollte Nummer 16 angehen, und für Reiner und mich war es doch tatsächlich Premiere, denn man muss sich ja auch mal weiterentwickeln :-).

 

Mein großes Ziel für 2025 stand nun fest, bis sich im März meine rechte Achillessehne meldete und mir einen Strich durch die Rechnung machte. Da ich das gleiche Spiel vor drei Jahren links schon einmal durch hatte, wusste ich: Das wird wieder eine Geduldsprobe. Und Geduld ist nun wirklich nicht meine Kernkompetenz. Also statt Laufen: Radfahren, Ruderergometer, Dehnen, Lauf ABC, Beinachse und jede Menge Kraftübungen.

Kurz gesagt: Wenn jemand Tipps zum Thema Achillessehne braucht – ich bin bestens im Stoff.

 

Also war ich raus bei der Vorbereitung. Reiner und Elke haben eisern ihren 12-wöchigen Trainingsplan durchgezogen und Arkadius braucht ja, wie wir alle wissen, keine Marathon-Vorbereitung, dies klappt ja zu jeder Tages- und Nachtzeit. Wie Volkers Vorbereitung verlief, kann ich nicht beurteilen.

Jeder hatte nun seine persönliche Motivation im Kopf, aber um Bestzeiten ging es hier niemandem.

 

Dann kam „unser“ Wochenende.

Wir machten uns auf unterschiedlichen Wegen auf die Reise nach Amsterdam. Einige hatten viel Optimismus in die Deutsche Bahn gesteckt und wurden überraschenderweise auch nicht enttäuscht, andere hatten nicht so viel Mut und reisten mit dem Auto an.

Auch beim Thema Unterkunft gingen wir unterschiedliche Wege. Elke und Volker hatten sich für den Trubel in der City entschieden, Arkadius und mir war der 30-minütige Fußweg zum Start wichtig und Reiner hatte, mit seiner Frau als Begleitung, eine etwas spezielle Unterkunft. Aber gut, wenn in der Bezeichnung „City Farmer“ steht, dann kann man natürlich nicht daraus schließen, dass es sich um einen Bauernhof handelt :-).

 

Nun ging es am Sonntag bei frischen 8 Grad ab zum Start ins Olympiastadion, und da ich ja nicht mitgelaufen bin, wird Arkadius von den 42,195 Km berichten.

 

 

Der Start des Marathons fand für eine Hälfte der Läufer im historischen Olympiastadion und für die andere Hälfte außerhalb des Stadions statt. Die Teilnehmer, die sich früh für den Marathon eingeschrieben haben, kamen ganz nach dem Prinzip "first-come-first-serve" in den Genuss im Olympiastadion zu starten. Bevor man sich im Stadion in seinen Startblock einreihen musste, war noch Gelegenheit sich von den Tribünen aus einen herrlichen Blick über das Stadion und die vielen Tausend Läufer zu verschaffen. Im Minutentakt flogen große Passagierflugzeuge im Sinkflug über dem Stadion, die den Amsterdamer Flughafen anvisiert haben. Ein beeindruckender Anblick. Beide Startbereiche, im und außerhalb des Stadions, waren in 6 Startwellen eingeteilt. Die Elite wurde um Punkt 9 Uhr auf die Strecke gelassen. Während Elke, Volker und Reiner sich noch bis 9:17 Uhr außerhalb des Stadions gedulden mussten, konnte ich mich um 9:07 Uhr im Stadion ins Getümmel stürzen.

Und es folgte tatsächlich ein Getümmel. Zu Beginn ohnehin, aber auch während des gesamten Marathons war es reichlich voll auf der Strecke. Aber das haben nun mal große Städtemarathons an sich. Um so wichtiger ist es, sich in der richtigen Welle einzusortieren. Zwar wurde oft die volle Straßenbreite genutzt, aber es gab auch sehr viele Verengungen bzw. es wurde nur eine Straßenseite freigegeben. Es war daher ein bisschen Vorsicht und Rücksicht angesagt. Bereits nach einem Kilometer haben sich die beiden anfangs unterschiedlichen Streckenabschnitte vereinigt. Und auch schon kurz danach führte die Strecke durch den Vondelpark, einer der größten Parks in Amsterdam und eines der Bekanntesten in den Niederlanden. Diesen Park durchläuft man noch ein zweites Mal auf dem Rückweg zwischen Kilometer 39 und 41. Doch davor wartete noch eine lange Reise auf uns. Es ging dann weiter in Richtung des bekannten Rijksmuseum. Es war ein kleines Highlight durch die Passage unter dem Museum zu laufen. Wahrscheinlich saßen die Geister der drei niederländischen Meister Rembrandt, Van Gogh und Vermeer gemeinsam an einem Fenster und bestaunten die vorbeilaufenden Massen und ließen sich davon inspirieren. Bei etwa Kilometer 13 erreichte man den Fluss Amstel, der namensgebend für die Stadt Amsterdam ist. Hier hieß es erstmal ganz schön lange entlang des Flusses in Richtung Süden bis zum Wendepunkt bei Kilometer 19 laufen. Und dann das ganze auf der anderen Uferseite bis etwa Kilometer 26 wieder zurück. Für den einen oder anderen mag sich dieser Abschnitt wahrscheinlich durch seine Monotonie sehr in die Länge gezogen haben. Aber auf dem Wasser wurde für etwas Entertainment gesorgt. Kleine Boote kurvten umher. Auf einigen erklang Musik, auf einem traf sogar ein niederländischer Schlagersänger beindruckend seine Töne. Ein Wassersportler mit seinen akrobatischen Künsten auf einem Flyboard war ein echter Hingucker. Da musste für die Läufer nun wirklich keine Langeweile aufkommen. Und zur Not konnte man immer auf die andere Uferseite schielen und entweder sich wundern, wie viele Läufer vor einem auf der anderen Seite schon sind, oder später sich freuen, wie viele Läufer auf der anderen Seite noch hinter einem sind. Hier hat man auch das Ausmaß gesehen, wie groß eigentlich das Teilnehmerfeld war. Im Wesentlichen war der Amsterdam-Marathon nicht von vielen Highlights übersät.

Aber die Stimmung war durchwegs grandios. Das muss man den Holländern lassen. Feiern können sie und für die richtige Anfeuerung wurde fast durchgehend gesorgt. Ich empfand den Marathon sehr kurzweilig, die Zeit ging wirklich schnell rum. Ehe man sich versehen hat, war man plötzlich wieder im Vondelpark. Auf dem Rückweg war er deutlich voller als noch auf dem Hinweg. Er hatte für ich einen Hauch vom Central Park beim New York Marathon. Hat richtig Spaß gemacht zum Ende hier noch mal durchzulaufen, vor Allem natürlich, wenn man sich die Kräfte gut eingeteilt hat und es entsprechend genießen konnte - statt zu Leiden. Kurzer Hand später war auch schon das Ziel in Sichtweite.

 In das Olympiastadion liefen dann alle Teilnehmer ein und ließen sich von den Tribünen beim Überqueren der Ziellinie bejubeln. Ich bin mir sicher, dass viele Teilnehmer ihre Bestzeiten geknackt haben. Nicht nur, weil die Strecke recht flach ist, sondern auch, weil das Wetter an diesem Tag mitspielte. Und das dauernde Anfeuern der Zuschauer hatte auch seine Wirkung. Eine von den vielen Zuschauern war natürlich unsere Anett, die keine Mühe scheute, um uns an unterschiedlichen Punkten anzufeuern. Danke Anett!

 

Mit der Bahn konnte man an verschiedene Streckenabschnitte fahren, um die Teilnehmer lautstark anzufeuern, ich war natürlich auch dabei und stand bei Kilometer 26.

Leider war es mir nicht möglich, pünktlich zurück am Stadion zu sein, um den Zieleinlauf von Arkadius zu sehen. Ob es an den überfüllten Bahnstationen lag, oder ob ich einfach zu langsam war, mh..., man weiß es nicht.

Als erst Reiner und dann Elke die Ziellinie mit einem Lächeln überquerten, war all die Anstrengung vergessen und ich freute mich unheimlich mit den beiden über ihre großartige Leistung.

Hiermit gratuliere ich nochmal ganz herzlich Arkadius, Elke und Reiner, die es bis zum Ziel geschafft haben und auch Volker, der bis Kilometer 30 gekämpft hat.

Wir verarbeiteten den „race day“ abends bei Pizza, Bier und Cola und ich denke, dass danach alle sehr gut schlafen konnten.

Am Montag war dann die „schöne Zeit“ zu Ende und es ging zurück nach Dortmund, wo mich der Alltag ganz schnell wieder einholte, denn meine Männer waren ja allein zuhause :-(.

 

Der nächste Amsterdam Marathon findet übrigens am 24./25.10.2026 statt und die Anmeldung beginnt am 20.12.2025, aber immer mit der Ruhe :-).